BFS-Preisindex Q3 2026: Häuser +2,1 %, Angebotspreise sinken
Das BFS meldet für Q3 2026 steigende Transaktionspreise, die Inserate geben nach. Was der Unterschied für die Preisfindung beim Hausverkauf heisst.
Die amtliche Statistik meldet für das dritte Quartal 2026 den nächsten Preissprung bei Wohneigentum. Gleichzeitig zeigen die Inserate ein anderes Bild: Die Angebotspreise für Einfamilienhäuser gaben im September leicht nach. Für Verkäufer stellt sich die Frage, welcher Zahl sie bei der Preisfindung trauen sollen.
Was das BFS für das dritte Quartal meldet
Laut Bundesamt für Statistik stieg der Wohnimmobilienpreisindex (IMPI) im 3. Quartal 2026 um 1,7 % gegenüber dem Vorquartal und liegt bei 129,8 Punkten (Basis Q4 2019 = 100).
Nach Objektart zeigt sich folgendes Bild:
- Einfamilienhäuser: +2,1 % gegenüber dem Vorquartal
- Eigentumswohnungen: +1,3 % gegenüber dem Vorquartal
Regional fiel der Zuwachs in städtischen Gemeinden ausserhalb grosser Agglomerationen mit 3,4 % am stärksten aus. In intermediären Gemeinden waren es nur 0,6 %.
Der BFS-Index bildet Preise ab, die tatsächlich bezahlt wurden. Er erfasst also, was am Ende einer Verhandlung auf dem Kaufvertrag steht.
Was die Inserate zeigen
Die Angebotspreise entwickeln sich ruhiger. Gemäss Kaufindex der Swiss Marketplace Group lagen die Einfamilienhäuser Ende September bei durchschnittlich 8'099 Franken pro Quadratmeter. Das sind 0,1 % weniger als im August, aber 4,1 % mehr als vor einem Jahr. Eigentumswohnungen kosteten 9'597 Franken pro Quadratmeter (+0,2 % zum Vormonat, +4,2 % zum Vorjahr).
Auffällig ist die Region Zürich: Dort sanken die Angebotspreise für Einfamilienhäuser im Monatsvergleich um 2,7 %. Im Mittelland waren es 1,4 %. Dagegen stiegen sie in der Genferseeregion um 1,7 % und in der Ostschweiz um 1,4 %.
Warum die beiden Zahlen nicht übereinstimmen müssen
Die Indizes messen Verschiedenes, und das ist der Kern für Ihre Preisstrategie:
- Angebotspreise sind Wünsche. Sie zeigen, was Verkäufer verlangen, und reagieren schnell auf Stimmung und Angebotsmenge.
- Transaktionspreise sind Ergebnisse. Sie hinken dem Markt hinterher, weil zwischen Inserat und Beurkundung oft Monate liegen.
- Regionale Mischung: Ein nationaler Durchschnitt kann sehr unterschiedliche Entwicklungen verdecken, wie die Spanne von +3,4 % bis +0,6 % bei den Gemeindetypen zeigt.
Wenn Inserate in einer Region nachgeben, während die Abschlüsse noch steigen, kann das ein früher Hinweis auf eine Abkühlung sein. Es kann aber auch nur eine Korrektur zu hoch angesetzter Preise sein. Eine Prognose lässt sich aus zwei Datenpunkten nicht seriös ableiten.
Warum der Zeitpunkt der Datenpunkte zählt
Das BFS veröffentlicht seine Zahlen mit Verzögerung und fasst ein ganzes Quartal zusammen. Der Kaufindex der Swiss Marketplace Group stammt dagegen vom Monatsende und bildet nur Inserate ab. Wer im Herbst verkauft, sieht deshalb im Inserat bereits die Stimmung von heute, während die Abschlusspreise noch den Sommer spiegeln. Beide Zahlen sind richtig, sie beschreiben nur unterschiedliche Zeitpunkte desselben Marktes.
Zinsumfeld bleibt stützend
Die Schweizerische Nationalbank hat am 24. September 2026 den Leitzins bei 0 % belassen. Die Teuerung lag im August bei 0,8 %. Käufer finanzieren damit weiterhin günstig. Das kann die Zahlungsbereitschaft stützen, eine Garantie für weiter steigende Preise ist es nicht.
Was Verkäufer daraus mitnehmen
- Nicht nur am Inserat orientieren. Vergleichen Sie tatsächlich erzielte Preise in Ihrer Gemeinde, nicht nur die Preise konkurrierender Objekte im Portal.
- Region einzeln anschauen. Der Landesdurchschnitt sagt wenig über Ihren Standort. Einfamilienhäuser in der Region Zürich werden im Moment tiefer ausgeschrieben, in der Genferseeregion höher.
- Einen realistischen Einstiegspreis wählen. Steigende Abschlusspreise sind kein Freibrief für einen überhöhten Ausschreibungspreis. Der Marktdruck zeigt sich zuerst bei den Inseraten.
- Eine Bewertung vor Ort einholen. Ein Makler mit lokalen Abschlussdaten kann einschätzen, ob Ihr Objekt eher dem amtlichen Trend oder dem Inseratetrend folgt.